Aktuelles
Pressemitteilungen, Rückblicke auf unsere Informationsveranstaltungen und Neuigkeiten aus der Branche – mit Vorträgen und Tagungsbänden zum Download.
24.11.2025
PressemitteilungDie Fachwelt diskutiert bei der 35. Informationsveranstaltung der LGGHuT in Bad Nauheim aktuelle Entwicklungen, neue Materialien und digitale Methoden.
Unter dem Leitthema „Bauwerke instand setzen – heute und morgen“ lud die Landesgütegemeinschaft Erhaltung von Bauwerken Hessen-Thüringen e.V. (LGGHuT) bereits zum 35. Mal Fachleute zu ihrer jährlichen Informationsveranstaltung ein. Mehr als 210 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Planung, Ausführung, Vergabe, Wissenschaft und Industrie kamen dazu in Bad Nauheim zusammen. Begleitet wurde die Veranstaltung von einer hochkarätigen Fachausstellung mit 26 Ausstellern, die innovative Verfahren, Produkte und Systeme rund um die Betoninstandsetzung präsentierten.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Dr.-Ing. Lars Wolff vom Ingenieurbüro Raupach Bruns Wolff GmbH & Co. KG (Aachen) mit einem Überblick über die aktuellen Regelwerksentwicklungen in der Betoninstandsetzung. Das Regelwerk erlebt derzeit – nach einer Phase relativer Ruhe – eine deutliche Dynamik. Wolff erläuterte den von der EU-Kommission eingeleiteten CPR Technical Acquis-Prozess, mit dem seit 2019 sämtliche technischen Spezifikationen der Bauproduktenverordnung harmonisiert werden. Davon betroffen ist auch die zentrale Normenreihe EN 1504 „Produkte und Systeme für den Schutz und die Instandsetzung von Betontragwerken“, deren überarbeitete Fassung ab 2030 in Kraft treten soll. Bis dahin wird der Deutsche Ausschuss für Stahlbeton (DAfStb) eine Übergangsversion der Instandhaltungsrichtlinie auf Basis der „Technischen Regel Instandhaltung“ (TR Instandhaltung 2020) veröffentlichen, um eine einheitliche Anwendungspraxis zu gewährleisten.
Zudem stellte Wolff die neue DAfStb-Richtlinie „Parking Abrasion Test (PAT)“ vor, die erstmals ein praxisnahes Prüfverfahren zur Beurteilung des Verschleißwiderstands befahrbarer Oberflächenschutzsysteme bietet. Abgerundet wurde der Vortrag durch Einblicke in die aktuellen Entwicklungen bei den DIBt-Gutachten: Seit 2025 stehen über 25 Gutachten online zur Verfügung – ein bedeutender Fortschritt für Transparenz und Nachweisführung in der Branche.
Einen Blick in die Zukunft der Materialtechnologie ermöglichte Conrad Pelka von der DB InfraGO AG (Berlin). Er zeigte eindrucksvoll, wie dieser neuartige Werkstoff den Ingenieurbau revolutionieren kann. UHFB zeichnet sich durch hohe Packungsdichte, Flüssigkeitsundurchlässigkeit, kurze Erhärtungszeiten und eine sehr hohe Tragfähigkeit aus. Dadurch lassen sich Bauzeiten signifikant verkürzen, CO2-Emissionen reduzieren und zugleich die Nutzungsdauer bestehender Bauwerke verlängern. Erste Pilotprojekte in Deutschland, die sich auf jahrzehntelange Erfahrungen in der Schweiz stützen, belegen die Praxistauglichkeit – insbesondere bei der Instandsetzung von Eisenbahngewölbebrücken sowie im Neubau schlanker Tragwerke.
Die Herausforderung liegt derzeit noch in der fehlenden nationalen Normierung; deutsche Projekte orientieren sich an der Schweizer Norm SIA 2052. Pelka betonte, dass für eine breite Anwendung Schulung, Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung der Regelwerke entscheidend sind. Durch den erheblichen Zeitgewinn (kürzere Sperrpausen) sind die höheren Kosten gerade für den Sanierungsstau bei den Infrastrukturbauten sehr interessant.
Einen sehr anwendungsorientierten Beitrag lieferte Thomas Wachter, Geschäftsführer der BWS Rhein-Neckar GmbH (Heidelberg). Am Beispiel der Sanierung der Salierbrücke in Speyer schilderte er den Umgang mit stark PCB-belastetem Beton und die Herausforderung, das beim Hochdruckwasserstrahlen entstehende Prozesswasser umweltgerecht zu behandeln. Gemeinsam mit Behörden und Fachfirmen wurde ein Pilotprojekt zur mobilen Wasseraufbereitung entwickelt: eine kompakte Kreislaufanlage, die bis zu 200 Liter Abwasser pro Minute vollautomatisch reinigt und pH-neutralisiert. Um Schadstoffe wie PCB und PAK zu entfernen, wurde das Wasser anschließend mit einem Aktivkohlefilter behandelt.
Das Ergebnis: 99 % gereinigtes Wasser in einer Qualität, mit der es in den Rhein eingeleitet werden durfte, und nur 1 % Feststoffschlamm, der kontrolliert entsorgt wird. Das System sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch und logistisch effizient und könne künftig in vielen anderen Sanierungsszenarien – etwa bei Tunneln, Brücken oder Industrieanlagen – Anwendung finden.
Wie die Digitalisierung die Bauwerkserhaltung verändert, erläuterte Jonas Enste von der CONSCAN.TECH – IFSB GmbH (Dortmund). Moderne Technologien wie Laserscanning, UAV-Fotogrammetrie, 3D-Modelle und KI-gestützte Bildanalyse setzen neue Maßstäbe bei der Erfassung und Dokumentation des Bauwerkszustands. Durch die Kombination von SLAM-basiertem Mobile Mapping, terrestrischem Laserscanning und 360°-Fotodokumentation entsteht eine hochpräzise, dreidimensionale Datengrundlage für Schadenskartierungen, Mengenermittlungen, Ebenheitsprüfungen und Soll-Ist-Vergleiche.
Enste hob hervor, dass klare Zieldefinitionen, konsistente Bezugssysteme und konsequente Qualitätssicherung entscheidend sind. Sein Fazit: Die Digitalisierung schafft Transparenz, Effizienz und Nachvollziehbarkeit – und damit die Basis für zukunftsfähige Instandhaltungskonzepte.
Abschließend widmete sich Rechtsanwältin Nicole Glaser von der Kanzlei Blauertz Rechtsanwälte PartG mbB (Frankfurt am Main) den beiden zentralen Abrechnungsmethoden:
Während die zweite Variante dem Auftragnehmer eine gewisse Kostensicherheit gewährt, erfordert sie einen nicht unerheblichen Aufwand in der Nachweisführung. Glaser ging auch auf die aktuelle Rechtsprechung, insbesondere des BGH von 2019, ein und plädierte dafür, Nachträge frühzeitig und strukturiert zu kommunizieren, um Konflikte zu vermeiden.
„Mit den heutigen Vorträgen haben wir spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Betoninstandsetzung gewonnen.“ – Norbert Frei, stellvertretender Vorsitzender der LGGHuT
Der Termin für die 36. Informationsveranstaltung der LGGHuT ist Mittwoch, der 11. November 2026.
01.10.2025
MitteilungSeit dem 01.10.2025 nimmt Dipl.-Ing. (FH) Henning Brandstrup die Leitung der Prüf- und Überwachungsstelle der BGIB wahr.
05.09.2025
WeiterbildungDie Bauakademie Hessen-Thüringen e.V. hat ihr neues Seminarprogramm veröffentlicht. Es umfasst über 20 Lehrgänge und Seminare mit mehr als 40 Einzelterminen. Wichtige Personalqualifikationen wie AB-BA-Schein, FÜAS-Schein, SIVV-Schein, SPCC-Düsenführerschein, QFK, SKP und VFIB-Zertifikat können am Standort Lauterbach (Hessen) erlangt und gepflegt werden.
14.08.2025
Pressemitteilung„Bauwerke instand setzen – heute und morgen“ lautete das Motto der 35. Informationsveranstaltung der LGGHuT am 12. November 2025 im Hotel Dolce in Bad Nauheim. Die Teilnehmer erwartete ein kompakter Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Betoninstandsetzung. Der Branchentreff ist zugleich eine wichtige Plattform für den fachlichen Dialog zwischen Planern, Ausführenden und Materialherstellern.
10.12.2024
MerkblattDas neue Merkblatt der Bundesgütegemeinschaft bietet praxisnahe Hilfestellungen und wertvolle Informationen rund um das Thema Eigen- und Fremdüberwachung bei der Instandsetzung tragender Betonbauteile. Es steht zum Download bereit.
02.12.2024
PressemitteilungDie Bedeutung der Betoninstandsetzung rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit.
Die Stimmung war optimistisch: „Auch in den aktuell schwierigen Zeiten der Bauwirtschaft ist der Markt für die Bauwerkserhaltung stabil“, so die allgemeine Botschaft. Rund 262 Teilnehmer waren zur 34. Informationsveranstaltung der LGGHuT gekommen, die von der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. (BGIB) als 22. BETON-INSTA 2024 geführt und unterstützt wurde. Fünf Referate – drei zu unterschiedlichen Bereichen der Instandsetzung, eines zur Fremdüberwachung als Instrument der Qualitätssicherung und ein juristisches Thema – boten ein breit gefächertes Themenspektrum. 32 Aussteller informierten über aktuelle Entwicklungen.
27.11.2023
PressemitteilungÜber 180 Interessierte nutzten am 8. November 2023 die Gelegenheit zum traditionellen Informationsaustausch mit Fachvorträgen und einer Begleitausstellung von 24 Ständen namhafter Firmen aus der Branche. Die Landesgütegemeinschaft hatte zum 33. Mal zum Informationsseminar geladen, das sie seit ihrer Gründung im Jahr 1985 ausrichtet.
Im ersten Vortrag zur Neufassung der VOB/C ATV DIN 18349:2023 Betonerhaltungsarbeiten erläuterte Jan Rassek, Geschäftsführer der w+s bau-instandsetzung gmbh und Obmann der DIN 18349, wesentliche Änderungen der Norm, die für Ausschreibung und Abrechnung von Leistungen der Betonerhaltung grundlegend ist.
Im zweiten Vortrag Sondergerüste für Instandhaltungsarbeiten referierte Josef Teupe, Geschäftsführer der Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH und Leiter AK Technik der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk, zu Anforderungen an Baubehelfe. Am Beispiel der Instandsetzung der Fleher Brücke machte er deutlich, wie aufwendig die Planung und Ausführung der Gerüstbauleistung sein kann.
Anschließend zeigte Michael Bruns, Ingenieurbüro Raupach Bruns Wolff, Aachen, die Bedeutung von Spannglieduntersuchungen an Brücken. Sowohl der Verpresszustand als auch die Frage, ob spannungsrisskorrosionsgefährdete Spannstähle verbaut wurden, können wesentlich für die Instandsetzungs- und Rückbauplanung sein.
Das Nachmittagsprogramm eröffnete Christian Herda, Wannenwetsch GmbH, Meiningen, mit dem Vortrag Untergrundvorbereitung mit Höchstdruckwasserstrahlen. Am Beispiel des Entschichtens einer Stahlbeton-Kühlwasserleitung sowie der Behandlung von HDW-Abwässern mit mobiler Wasseraufbereitung wurden aktuelle Herausforderungen, Vorteile und Anwendungsgrenzen aufgezeigt.
Die Veranstaltung schloss traditionell mit einem Rechtsvortrag, gehalten von Rechtsanwalt Dr. Maximilian R. Jahn, Jahn Hettler Rechtsanwälte PartG mbB, Frankfurt, zum Thema Leistungsverweigerungsrecht bei Nachträgen (§ 320 BGB).
Peter Beege, der stellvertretende Vorsitzende der Landesgütegemeinschaft, dankte in seinem Schlusswort den Vortragenden, Teilnehmern, Ausstellern und Organisatoren und kündigte das nächste Informationsseminar für den 6. November 2024 an.
16.11.2022
NachberichtÜber 200 Interessierte nutzten am 9. November 2022 die Gelegenheit zum Informationsaustausch mit Fachvorträgen und einer Begleitausstellung von 25 Ständen. Nachdem im Vorjahr Teilnehmerzahl und Ausstellungsfläche pandemiebedingt begrenzt waren, wurden wieder die Zahlen der Vorjahre erreicht.
Im ersten Vortrag zur Technischen Regel Instandhaltung von Betonbauwerken wies Prof. Dr. Udo Wiens, Geschäftsführer des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb), auf die Nachhaltigkeit von Betonbauwerken hin: Durch Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen kann ihre Lebensdauer deutlich verlängert werden. Die TR-IH des DIBt ist bereits in 13 Bundesländern bauaufsichtlich eingeführt. Mit dem DAfStb-Heft 638 liegt eine konsolidierte Fassung des Regelwerks vor.
Stefan Kraska vom Ingenieurbüro MKP, Weimar, referierte zur Digitalen Transformation der Bauwerksdiagnostik. Anschließend erläuterte Dr. Melanie Merkel, Partnerin im Ingenieurbüro bsm² Breit · Schuler · Merkel Beratende Ingenieure PartGmbB, Kaiserslautern, die Neuerungen in der DIN EN 13791 zur Bewertung der Druckfestigkeit von Beton in Bauwerken und Bauwerksteilen.
Das Nachmittagsprogramm eröffnete Jan Rassek von der w+s bau-instandsetzung gmbh, Fuldabrück, mit dem Thema Spritzbeton: funktional, ästhetisch und modern. Die Veranstaltung schloss mit einem Rechtsvortrag von Nicole Glaser, blauertz+Partner, Frankfurt, zur Durchsetzung von Preissteigerungen infolge Corona und Krieg in der Ukraine.
Heiner Stahl, Mitglied des Vorstandes, dankte im Schlusswort allen Beteiligten und kündigte das nächste Informationsseminar für den 8. November 2023 an.
09.11.2022
RegelwerkDie Anwendungshilfe vereint die gültigen Inhalte der Technischen Regel (DIBt) „Instandhaltung von Betonbauwerken“ (TR IH, Stand Mai 2020) mit denen der DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ (RL SIB, Stand Oktober 2001) einschließlich der Berichtigungen. Sie ermöglicht ein verlust- und widerspruchsfreies Lesen der aktuellen Regelwerke und erspart die Gegenüberstellung von acht einzelnen Dokumenten.
Der Sonderdruck kann zum Preis von 99,00 EUR bei der Bauunternehmensberatung Hessen-Thüringen GmbH bezogen werden.
24.11.2021
NachberichtDie Informationsveranstaltung bot auch 2021 die Gelegenheit zu Austausch und Information. Rund 130 Auftraggeber, Planer und Ausführende trafen sich am 10. November 2021 in Bad Nauheim – zum 31. Seminar seit der Gründung im Jahr 1985.
2016 – 2019
ArchivMit welchen modernen Verfahren lassen sich Betonbauwerke erhalten und instand setzen? Das zeigte die Rekordteilnahme: Rund 210 Auftraggeber, Planer und Ausführende trafen sich am 6. November 2019 in Bad Nauheim – zum 30. Seminar seit 1985. Prof. Dr. Wolfgang Breit stellte Erkenntnisse zur Restnutzungsdauer von Betonbauwerken vor, Rainer Dörr gab Hinweise zur Entsorgung belasteter Bauabfälle, Volker Buchholz gewährte Einblicke beim größten Parkhausbetreiber Hessens und Prof. Dr. Jürgen Ulrich empfahl Strategien zur Streitvermeidung.
Auf Einladung der Landesgütegemeinschaft kamen am 7. November 2018 rund 220 Auftraggeber, Planer und Ausführende von Instandsetzungsmaßnahmen in Bad Nauheim zum Austausch zusammen.
Am 16. November 2017 kamen über 200 Auftraggeber, Planer und Ausführende von Instandsetzungsmaßnahmen in Bad Nauheim zusammen.
Am 9. November 2016 kamen über 200 Auftraggeber, Planer und Ausführende von Instandsetzungsmaßnahmen in Bad Nauheim zusammen.
Die LGGHuT hat Dipl.-Ing. Hartmut Schwieger mit Wirkung zum 1. April 2016 zum neuen Geschäftsführer berufen. Er trat damit die Nachfolge des langjährigen Geschäftsführers Dipl.-Ing. Wilhelm Spatz an, der in der Mitgliederversammlung am 12. März 2016 in Lauterbach verabschiedet wurde.
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